Mantrailing - eine wirklich anspruchsvolle Nasenarbeit für den Hund
Mantrailing ist eine in Österreich verhältnismäßig neue Einsatzmöglichkeit des Hundes im Rettungswesen. Es ist die Suche nach vermissten Personen (vornehmlich verwirrte, suizidgefährdete oder verirrte Personen). Jeder Mensch verliert ständig eine Vielzahl an mikroskopisch kleinen Partikeln, die sich in Folge im Gebüsch, an Mauerritzen und dergleichen festsetzen. Vor der Suche bekommt der Mantrail-Hund einen persönlichen Geruchsgegenstand des vermissten Menschen. Der Hund kann somit den Geruch der Person aufnehmen und die Geruchsspur, auch Tage später noch, verfolgen. Ziel und Aufgabe des Mantrailers ist es, andere Suchmethoden wie zB. die Suche mit Wärmebildkameras oder Flächensuchhunden zu unterstützen.
Mantrailer-Einsätze sind dann erfolgreich wenn, ...
durch den Einsatz des Suchteams Erkenntnisse gewonnen werden können, die zur Klärung des Aufenthaltsortes der vermissten Person führen, sprich wenn ein Mantrailer anzeigt, dass die Person nicht an einem gewissen Ort gewesen ist (obwohl Augenzeugen sie vermeintlich dort gesehen haben)
der Mantrailer feststellt, dass die Person sich in eine ganz andere Richtung vom Ausgangspunkt entfernt hat, als vorerst angenommen
ein Mantrailer feststellt, dass sich die Person aus dem vermuteten Gebiet gänzlich entfernt hat, etwa indem sie ein Verkehrsmittel benutzt hat
der Mantrailer die betreffende Person bis in unmittelbare Nähe verfolgen kann, so dass sie von anderen Personen oder auch Suchteams gefunden werden kann
der Manttrailer selbst die betreffende Person findet
Ein Mantrailer-Team kann somit auf verschiedenste Weise dazu beitragen, mehr Informationen über den Verbleib von vermissten Personen zu erhalten, auch wenn es die Personen selber nicht findet.
Trail-Team des Bergrettungsdienstes Land Vorarlberg
Zurzeit verfügen wir über drei international geprüfte Einsatzhunde, drei Nachwuchshunde die 2012 zur Prüfung antreten und einen Welpen. Dreimal in der Woche wird mit enormem Zeitaufwand trainiert. Diese Mühen lohnen sich aber. Im Jahr 2010 wurden 13, zum Teil mehrtägige, Einsätze erfolgreich durchgeführt.
Voraussetzungen für Mantrailer
Hundeführer
Mitglied der Bergrettung
allgemeine Ausbildung als Bergretter
Teamfähigkeit
Training 2 – 3 mal wöchentlich
ständige Weiterbildung in Theorie und Praxis über Hundeverhalten, Trainingsmöglichkeiten und Grundlagen des trailens
Hund
Größe und Gewicht des Hundes sollte dem Hundeführer angepasst sein, da der Hund bei der Arbeit im Geschirr auf vollem „Zug“ arbeitet
der Hund muss sozialverträglich mit Mensch und Hund sein und darf keinerlei Aggression zeigen
der Hund muss Umweltstabil sein, er darf keinerlei Ängste gegenüber akustische sowie optische Umweltreize zeigen
der Hund darf nicht im Schutzdienst gearbeitet werden
der Hund sollte über einen starken Arbeitseifer verfügen
der Hund sollte über einen guten Fresstrieb verfügen
kurznasige Rassen sind nicht geeignet
kurzbeinige Rassen sind nicht geeignet
vorzugsweise wird mit Welpen zwischen der 10. und 16. Woche spielerisch das Trailen begonnen
Einsätze
der Hund ist nach ca. 2,5 – 3 Jahren einsatzbereit
das Trail Team muss eine Einsatzprüfung bei einem internationalen Richter nach der Verordnung der IPO ablegen
Geschäftsstelle
Ass. Geschäftsführung: Stefanie Kessler Marlen Salner