Goldenes Ehrenzeichen für ÖBRD-Präsident Dörflinger
Am Montag – 31. Mai 2010 - hat Bundespräsident Dr. Heinz Fischer dem Präsidenten des Österreichischen Bergrettungsdienstes, Reinhold Dörflinger, das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.
Sein Goldenes Ehrenzeichen sieht Reinhold Dörflinger auch als offizielle Würdigung des Staates für alle Bergrettungsleute im Land.
Der Festakt unter Federführung von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer fand Montag in der Wiener Hofburg statt - in Anwesenheit von "First Lady" Margit Fischer, der Familie Dörflinger aus Klagenfurt, des stellv. Bergrettungspräsidenten Dr. Wolfgang Ladenbauer, aller sieben ÖBRD-Landesleiter, einiger ÖBRD-Fachreferenten und anderer Mitglieder der Bergrettung sowie eines kleinen Freundeskreises des Geehrten.
Unterstützung bei Forderungen des ÖBRD an Politik Reinhold Dörflinger ist eine treibende Kraft, von Regierungsstellen des Bundes die für den ÖBRD nötigen Subventionen - mit dem ihm eigenen Charme - jährlich einzufordern; zumal der Nationalrat noch immer keine gesetzliche Regelung für automatische Zahlungen aus Bundesmitteln an den ehrenamtlichen Bergrettungsdienst beschlossen hat, der Österreichs Tourismus und Politik jährlich hohe Summen erspart.
In den letzten Jahren wurde er bei diesen Bemühungen immer wieder vom Bundespräsidenten ideell unterstützt, der selbst seit seiner Jugend aktiver Bergsteiger ist.
Der Bundespräsident erinnerte in seiner Festrede an die vielfältigen Tätigkeiten von Dörflinger für die Bergrettung; beginnend beim Aufbau eines schlagkräftigen Funk- und Kommunikationssystems im Bundesland Kärnten bzw. im Großglocknergebiet. Fischer beschrieb weitere Meilensteine in den Tätigkeitsbereichen des Geehrten für dem ÖBRD bzw. Menschen in Bergnot.
ÖBRD-Präsident Reinhold Dörflinger zeigte sich angesichts der Ehrung tief gerührt. Er bedankte sich bei Fischer und bei seiner Familie, verwies zu allererst auch auf seine Ehefrau, ohne deren jahrzehntelange Toleranz und Unterstützung die ehrenamtliche Tätigkeit - mit jährlich an die 1.000 Stunden für den ÖBRD - unmöglich sei.
Dank an alle Bergrettungsleute in Österreich Dörflinger betonte nach der Ehrung gegenüber der Redaktion von bergrettung.at, er sehe das Ehrenzeichen der Republik als Würdigung der Bergrettung in Österreich insgesamt, der sich seit vielen Jahrzehnten - oft auch im Schatten der medialen Öffentlichkeit - für das Gemeinwohl in Österreich engagiere:
"Lange Jahre geschah das eher im Stillen; zum Teil auch mit eigenem Geld, das die Bergretter in ihre Ausrüstung investieren mussten. Zumindest diesen Teil der Anforderungen können wir heute - dank besserer staatlicher Hilfen - anders meistern." Anwesende ÖBRD-Landesleiter (alphabetisch): Gebhard Barbisch (Vorarlberg), Franz Lindenberg (NÖ/Wien), Estolf Müller (Salzburg), Kurt Nairz (Tirol), Dr. Fritz Seidl (Steiermark), Otmar Striednig (Kärnten) und Klaus Wagenbichler (stellv. LL Salzburg). Anwesende Fachreferenten des Bundesverbandes: Gebhard Barbisch (Einsatzdaten-Erfassung, EDV, internationale Kooperationen), Dr. Fidel Elsensohn (Medizin), Georg Hundegger (Finanzen), Artur Köb (Flugrettung), Sepp Lederhaas (Suchhunde), Ing. Hubert Sturm (Ausrüstung, Ausbildung), Klaus Wagenbichler (Lawinenkunde) und Gerald Lehner (Öffentlichkeitsarbeit).
Biografisches zu Dörflinger Der Geehrte wurde am 6. März 1947 in Klagenfurt als Sohn eines kaufmännischen Angestellten der Kärntner Landwirtschaftskammer geboren. Er ging mit seinem Vater früh in die Berge und stand bereits als Neunjähriger auf dem Rauriser Sonnblick (3.105 Meter). Als 18-jähriger absolvierte Dörflinger die Ausbildung zum Bergretter und wurde Mitglied der ÖBRD-Ortsstelle Klagenfurt.
Langjährige Hobbys: Bergsteigen, Klettern, Skitouren, Wanderungen und lange Radtouren. Zuletzt begab sich Dörflinger auf eine längere Pilgertour auf den Jakobsweg nach Santiago in Spanien.
Reinhold Dörflinger war von 1991 bis 2006 Landesleiter der Bergrettung in Kärnten. Von 1996 bis heute ist er Präsident des ÖBRD und als solcher auch Vorsitzender des ÖBRD-Bundesverbandes; neben seinem Stellvertreter Dr. Wolfgang Ladenbauer (Wien).
Dörflingers berufliche Laufbahn begann als kaufmännischer Angestellter, ehe er 1972 in den Dienst des Landes Kärnten wechselte, wo er 2007 als leitender Beamter des Katastrophenschutzes in Pension ging. Eine große Liebe des ewig Jungbleibenden gilt Zypern, wo ein Sohn mit seiner Familie lebt. So knüpfte Dörflinger auch Kontakte zum zypriotischen Bergrettungsdienst, der schon mehrfach Mitglieder zur Ausbildung nach Österreich schickte.