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14.02.12|07:37|Von: Marlen Salner|Bergrettung News

Anwärter Winterkurs II im Bregenzerwald

Der diesjährige Anwärter Winterkurs II fand am 11. und 12. Februar auf dem Neuhornbachhaus im Gemeindegebiet von Schoppernau im Bregenzerwald statt.

Die 27 Großteils äußerst gut vorbereiteten Bergrettungsanwärter wurden am Samstagfrüh bei der Talstation der Bergbahnen Diedamskopf in Schoppernau durch die beiden Kursleiter begrüßt und den 12 Alpinausbildern zugeteilt. Durch die hervorragend große Anzahl an Alpinausbildern konnten lernintensive 2er- bzw. 3er-Gruppen gebildet werden. Nach einer kurzen Kennenlernrunde innerhalb der Gruppe ging es schon los mit Tourenplanung, Lawinenlagebericht, Karte, Orientierung uvm. Den ganzen Samstag hindurch arbeiteten unsere Kleingruppen mit Hochdruck an der Verfeinerung im Umgang mit Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Soden, Schaufeln, dem ausarbeiten von Schneeprofilen und somit der Einschätzung von Gefahren im Gelände. Neben "Stop or Go" (Gefahrenreduktionsmethode) wurde natürlich auch der Umgang mit den verschiedenen Funkgeräten und -kanälen, die Kameradenrettung geschult. Mit viel Bewegung und Arbeitseinsatz trotzten wir den frostigen Temperaturen um die -18°C bevor es am Abend zum Neuhornbachhaus auf 1.700m ging.

Während der obligaten Alpinausbilderbesprechung nutzten die Anwärter die Zeit um sich ein wenig aufzuwärmen und ihre Lager zu beziehen. Da sich die Bergrettung Vorarlberg glücklich schätzt, in allen Bereichen bestens ausgebildete Kameraden als aktive Mitglieder zu haben, konnten wir uns über drei Fachreferate freuen. Greußing Markus (Ortsstelle Schoppernau) brachte durch seinen Vortrag "Licht ins Dunkel" und lehrte die Aufgaben, Ausbildung und die Zusammenarbeit der Alpinpolizei (AEG) mit dem Österreichischen Bergrettungsdienst. Mit eindrucksvollen Bildern wurde der Lawineneinsatz vom Abriss des Schneebrettes bis hin zum Abtransport des letzten Patienten näher gebracht. Wir durften uns glücklich schätzen einen bewährten und professionellen Hundeführer Rüscher Christoph (Ortsstelle Au) auf unserem Kurs begrüßen zu dürfen. Eindrucksvoll und einsatznah präsentierte Christoph die einzelnen Ausbildungsinhalte künftiger Hundeführer und deren Hunde und zeigte Möglichkeiten aber auch Grenzen der Suchhunde auf. Köb Artur (Ortsstelle Au) begleitete uns nicht nur als Alpinausbilder sondern brachte als langjähriger Flugretter und Flugrettungsreferent die Hubschrauber sprichwörtlich in den Kurs. Ein spannender Vortrag mit vielen Erfahrungswerten und interessanten Darstellungen fesselten die Kursteilnehmer. Nach einer kurzen Vorschau für Sonntag wurde der erste Ausbildungstag um 21:30 Uhr beendet.

Früh morgens starteten die Alpinausbilder mit einem Rückblick in die Alpinausbilderbesprechung. Nach dem anschließenden Frühstück ging es auch schon los und die gesamte Kursbelegschaft machte sich auf ins Gelände. Unter der Führung von Köb Artur und Greußing Markus wurde zum Anflug unseres Notarzthubschrauber "Gallus 1" ein Landeplatz vorbereitet und alles Wissenswerte zur Hubschraubereinweisung und -landung vermittelt. Bald war es dann soweit und die Rotorgeräusche des Eurocopter 135 wurden hörbar. Um möglichst vielen Bergrettungsanwärtern das Gefühl einer Hubschraubereinweisung vermitteln zu können, flog der Pilot Seifert Walter den vorbereiteten Landeplatz 4 mal an. Nach Vorstellung des Fluggerätes durch den Piloten und der medizinischen Ausrüstung sowie Grundvoraussetzung der notärztlichen Maßnahmen durch Dr. Flaig Christian, durfte jeder Kursteilnehmer unter Aufsicht und Erläuterung von Flugretter Fischer Bernd aktiv am Hubschrauber hantieren. Die Annäherung zum Fluggerät, besonders mit Einsatzausrüstung (Tourenski, -stöcke, Rucksack, etc.), ist immer wieder kritisch und kann nur durch solche Maßnahmen bestmöglich geschult und sicher gemacht werden. Nach Beantwortung etlicher Fragen sprach Kursleiter Spiegel Daniel dem ebenfalls am Kurs teilnehmenden Landesleiter Barbisch Gebhard, der Flugrettungskooperation Heli Ambulance Team (HAT), dem ÖAMTC Flugrettungsverein (CFV), der Firma Wucher Helikopter und der Crew des NAH Gallus 1 seinen Dank aus und bestärkte die Wichtigkeit dieser doch kostenintensiven Schulung.
Im schon topp vorbereiteten Stationsbetrieb wurden die Teilnehmer von Profis in die Welt der Schneeprofile, der Verfeinerung des Sondierens und dem Unterschied einen Körper oder einen Gegenstand zu orten, dem richtigen ausgraben von Lawinenverschütteten (Schneeförderband), dem Umgang mit den verschiedensten Lawinenverschüttetensuchgeräten sowie dem Orten mehrerer Geräte entführt. Währenddessen wurde die große Abschluss-Lawinenübung vorbreitet. Nach über Funk-Alarmierung des gesamten Anwärterkurses galt es in einem Großaufgebot die gelernten Maßnahmen wie Aug- und Ohrsuche; LVS (Signal-/Grob- und Feinsuche); Punktortung; dem richtigen Ausschaufeln sowie der Sondierung in einer Sondiermannschaft umzusetzten. Nach gemeinsamer Versorgung der geborgenen Verschütteten durch die Bergrettungsanwärter und den am Kurs teilnehmenden und somit am Lawinenfeld vorhandenen 4 Notärzten, galt es alle verwendeten Materialien wie Sonden, Schaufeln, Puppen, Fahnen (zur Kennzeichnung von Fundgegenständen, Lawinenumriss, etc.) zusammen zu sammeln und zu verstauen.
Durch die Beobachter Hagspiel Erich (Ortsstelle Hittisau-Sibratsgfäll) und Strolz Herbert (Ortsstelle Schoppernau) konnten sämtliche Verbesserungen aber auch Belobigungen an die Teilnehmer vermittelt werden. Das Gruppenfoto der insgesamt 45 Personen zählenden Kursstärke wurde im Anschluss an das gemeinsame "Nach"-Mittagsessen und der Kursbesprechung geschossen. Nach zwei arbeitsintensiven und kameradschaftlichen Kurstagen sowie dem persönlichen Dank unseres Landesleiters schlossen die Kursleiter um 16:00 Uhr den Anwärter Winterkurs II vom 11. und 12.02.2012.

Die Kursleitung: Albrecht Mathias (Ortsstelle Hittisau-Sibratsgfäll)
                      Spiegel Daniel (Ortsstelle Schoppernau)

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