Führungswechsel bei der Bergrettung Vorarlberg

Barbisch legte nach 15 Jahren seine Funktion als Landesleiter nieder.

Im Beisein der Repräsentanten des Vorarlberger Bergrettungswesen und zahlreichen Ehrengästen wurde die diesjährige Landesversammlung des Österreichischen Bergrettungsdienstes Land Vorarlberg am 9. Mai in Bizau ausgetragen. Planmäßig standen bei der Landesversammlung Neuwahlen auf dem Programm, welche einige personelle Veränderungen brachten.

Nach verdienstvoller Arbeit legte Gebhard Barbisch seine ehrenamtliche Tätigkeit als Landesleiter der Bergrettung Vorarlberg zurück. Barbisch leitete die Geschicke der Bergrettung fünfzehn Jahre lang. Die größte Errungenschaft der vergangenen Jahre war für Barbisch die Eingliederung der Flugrettung in die Bergrettung, die somit in öffentlicher Hand liegt, abseits wirtschaftlicher Interessen. Mit großem Schlussapplaus und "Standing Ovations" dankten alle anwesenden Vereinsmitglieder, Referenten und Ehrengäste, darunter auch Sicherheitslandesrat Schwärzler, für die hervorragend geleistete Arbeit.

Mag. Martin Burger, Mitglied der Ortsstelle Rankweil und Geschäftsstellenleiter der Bergrettung, wurde von der Mehrheit als sein Nachfolger gewählt. Als Landesleiter Stellvertreter wurde Ing. Bertram Klehenz von der Ortsstelle St. Gallenkirch und aktiver Such- und Lawinenhundeführer gewählt. Die Funktion des Finanzreferenten übernimmt Jürgen Bürkle, Mitglied der Ortsstelle Bludenz-Bürs und selbstständiger Bilanzbuchhalter. Das Führungsteam Burger, Klehenz und Bürkle übernehmen somit den Vorsitz. Die Referatsleiter für Ausbildung, Flugrettung, Medizin, Funk und RFL, Technik und IT wurden in den Wahlen mehrheitlich wieder bestätigt. Damit wurde wiederum der organisatorische Rahmen geschaffen, um die zahlreichen Aufgaben der Bergrettung weiter in gewohnter Qualität zu erfüllen.

Die Bergrettung Vorarlberg ist österreichweit die kleinste, erbringt aber die zweitmeisten Einsätze

2014 konnte die Bergrettung mit ihren 1250 Mitgliedern im Bereich der Bodenrettung auf sinkende Einsatzzahlen zurückblicken. Vor allem längere und sehr zeitraubende Suchaktionen blieben den ehrenamtlichen Rettungskräften erspart. Nichts desto trotz rückten die Einsatzkräfte mit 632 Einsätzen und 6193 Einsatzstunden fast zweimal pro Tag zu Hilfeleistungen aus. Es wurden dabei 631 Menschen gesucht, geborgen und versorgt, wobei sich das Verhältnis der Inländer mit 191 und der ausländischen Gäste mit 440, wie in den Vorjahren auch mit 1:2 verhält. 92 Personen konnten unverletzt geborgen werden, 517 Unfallopfer waren verletzt. Für 22 Menschen kam leider jede Hilfe zu spät - diese konnten nur noch tot geborgen werden.

Die Flugrettung mit den beiden Notarzthubschraubern Christophorus 8 und Gallus 1 wurden insgesamt 1083 Mal alarmiert. Mit rund 60 Prozent (588 Einsätze) waren 2014 Sport- und Freizeitunfälle im alpinen Gelände die häufigste Einsatzursache. Die meisten dieser Unfälle ereigneten sich auf Skipisten. 27 Prozent der Notfalleinsätze waren auf Herzinfarkt, Schlaganfall und andere internistische Notfälle zurückzuführen. Arbeits-, Verkehrs- und häusliche Unfälle schlugen mit rund 12 Prozent zu Buche. Bei Such- und Lawineneinsätzen sowie bei Bergungen unverletzter Personen wurde die Bergrettung durch den Polizeihubschrauber Libelle vom BMI unterstützt - im Berichtsjahr verzeichnete man 93 Einsätze dieser Art.