James Bond und die Bergrettung

Die Bergrettung im Dienste Ihrer Majestät

Beim neuen James Bond-Streifen "Spectre" war die Bergrettung Vorarlberg an den Dreharbeiten beteiligt. An 60 Notarzthubschrauber-Bereitschaftstagen wurden bei den Dreharbeiten zum neuen James Bond Film "Spectre" in Österreich von der Bergrettung Vorarlberg die Crews, bestehend aus Notarzt und Flugretter, gestellt.

Nach der Premiere letzte Woche, darf auch die Bergrettung Vorarlberg stolz berichten, an den Dreharbeiten zum neuen James Bond Streifen Spectre zwischen Dezember 2014 und Februar 2015 beteiligt gewesen zu sein. Für Wucher Helicopter wurden die Hubschrauber-Crews, bestehend aus Notarzt und Flugretter, gestellt. Gesamt standen 21 Notärzte und 10 Flugretter sowie das medizinische Equipment der Flugrettung Vorarlberg für James Bond in ständiger Bereitschaft.

Stuntman verunglückt

Professionelle Sicherheitsvorkehrungen sind ein Muss am Set, dazu zählt auch die medizinische Absicherung. So standen neben Notärzten und Flugretter der Bergrettung Vorarlberg, die Feuerwehr mit Bergeschere, das Rote Kreuz und zahlreiche Skidoos in ständiger Bereitschaft. Bis auf die Versorgung einiger leichtverletzter und erkrankter Personen, hielt sich das Einsatzaufkommen bei den Dreharbeiten in Grenzen. Einzig zu beklagen ist ein folgeschwerer Unfall bei einer Stunt-Szene am letzten Drehtag, berichtet Artur Köb, Referent der Flugrettung in Vorarlberg. Bei einer Verfolgungsjagd auf der Gletscherstraße in Sölden geriet das Auto eines Stuntmans ins Schleudern und kollidierte mit einer Kameraplattform. Der Co-Regisseur wurde zwischen Auto und Plattform eingeklemmt und schwer verletzt. Ein Kameramann erlitt ebenfalls schwerere, das dritte Crewmitglied leichte Verletzungen. Die beiden Schwerverletzten wurden nach der Erstversorgung durch den Notarzt mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Geleitet und organisiert wurden die Flugrettungseinsätze sowie die medizinische Notfallversorgung von Flugrettungsreferent Artur Köb und dem leitenden Flugrettungsarzt am Stützpunkt C8 Dr. Hohlrieder.

Arbeitskulisse mal anders

Bond und die Berge - eine Allianz mit Tradition, wo Skipisten und Wintersportorte fester Bestandteil des James-Bond-Universums sind. Diese Alpenkulisse ist für Bergretter alltäglich, nicht jedoch die Tatsache, sich mitten am Set mit Stars und einer 500-köpfigen Filmcrew zu befinden. Wetter-Unwägbarkeiten und eisige Minustemperaturen wurden so von den Rettungskräften bei den Bereitschaftsdiensten gerne in Kauf genommen oder ganz vergessen. Es ist erstaunlich, wie viel materieller Aufwand, Technik, professionelle Teamarbeit und Flexibilität notwendig sind, um aus einem Drehbuch und den Ideen des Regisseurs ein paar Minuten Filmmaterial entstehen zu lassen. Schnelle Autos, waghalsige Stunts und beeindruckende Special Effects: Das ist teuer. "Welcher technische und logistische Aufwand hinter einem solchen spektakulären Filmprojekt steht ist unvorstellbar, wenn man es nicht am eigenen Leibe miterlebt hat. Hinter die Kulissen zu blicken, war für alle beteiligten Bergretter ein einmaliges und aufregendes Erlebnis, das faszinierende Einblicke in die Tricks der Welt des Filmes verschaffte und unvergesslich bleibt, berichtet Dr. Hohlrieder, Flugrettungsarzt der Bergrettung Vorarlberg. Mehr als zufriedenstellend war auch die Verpflegung am Set, denn diese war perfekt und es hat an nichts gefehlt, ist aus den Reihen der Rettungskräfte zu hören.

Prestigeträchtiger Auftrag für Wucher

Die Wucher Helicopter GmbH, welche durch die Bereitstellung eines einsatzfähigen Notarzthubschraubers in Kooperation mit der Bergrettung Vorarlberg steht, wurde von der "Spectre"-Produktionsfirma aus England Anfang 2014 angefragt, ob sie in der Lage sei, Hubschrauber für Filmarbeiten mittels Spezialkamera zu stellen, einen Notarzthubschrauber im Standby zu betreiben sowie Material- und Personentransporte inklusive Beförderung der Hauptdarsteller durchzuführen. Bei einem Hearing in Sölden Ende November hat Wucher Helicopter schwarz-goldene Visitenkarten mit "007" zugesteckt bekommen. Die Aufregung war dementsprechend groß, erst recht als klar war, dass Wucher den Zuschlag bekam, erklärt Geschäftsführer Thomas Türtscher gegenüber der Wirtschaftspresseagentur. Bis zur Premiere allerdings war es strengstens untersagt, Informationen preiszugeben oder Statements irgendwelcher Art abzugeben.

In Österreich läuft "Spectre"
ab dem 5. November in den Kinos.