Ein Retter in den Bergen

Vorarlberger über die man spricht

Alexander Stoiser engagiert sich seit über 20 Jahren ehrenamtlich bei der Bergrettung Vorarlberg und ist Bergretter mit Leib und Seele.

"Ich war schon als Kind mit meinen Eltern oft in den Bergen wandern", erzählt Alexander Stoiser (48). "Als Jugendlicher habe ich zu klettern begonnen und bin zum Alpenverein gegangen. Auch als Erwachsener bin ich den Bergen treu geblieben, indem ich mich als Bergretter engagiere." Bereits seit 1994 ist der gebürtige Niederösterreicher bei der Bergrettung Vorarlberg tätig. Im Ländle lebt er allerdings schon viel länger. Wegen seines Berufs als Förster zog Stoiser mit 20 Jahren ins westlichste Bundesland Österreichs. "Nachdem ich an der höheren Lehranstalt für Forstwirtschaft in Niederösterreich maturiert hatte, bekam ich einen Job bei der Wildbach- und Lawinenverbauung in Vorarlberg angeboten", berichtet Stoiser. Eigentlich wollte er nur für zwei Praktikumsjahre bleiben und nach der Staatsprüfung für den Förstertitel wieder in seine Heimat zurückkehren. Das Leben hatte aber einen anderen Plan für ihn. "Ich habe in Vorarlberg meine jetzige Frau kennengelernt. Ich bin damals wegen der Arbeit hierher gekommen und bin wegen der Liebe geblieben", sagt er und schmunzelt. So ist er bis heute bei der Wildbach- und Lawinenverbauung tätig.

Bergretter mit Leib und Seele

Seit 22 Jahren ist er auch Bergretter in der Ortsstelle Vandans. Seit drei Jahren hat er zudem den Posten des Gebietsstellenleiters des Montafons inne. "Zum einen bin ich normaler Bergretter, der bei Einsätzen ausrückt. Zum anderen bin ich für die Koordination der Ausbildung zuständig. Zudem organisiere ich ortsstellenübergreifende Übungen", informiert Stoiser, der zusätzlich auch noch zertifizierter Notfallsanitäter ist. Viele Einsätze in Vorarlberg werden von der Flugrettung abgewickelt. Stoiser rückt mit den Bodentrupps dann aus, wenn es um Such- oder Bergeeinsätze geht.Das passiere im Durchschnitt fünf Mal pro Winter. "Meistens müssen wir zu Fuß oder per Ski ausrücken, um Personen aus dem alpinen Gelände zu bergen", berichtet er. "Oft sind es Leute, die die gesicherten Pisten verlassen und im Gelände abfahren wollen. Dort verlieren sie dann die Orientierung und verirren sich." Eine große Gefahr stellen die Wildbäche unterhalb des Skigebiets Golm dar. "Wenn man sich im Gelände nicht auskennt, ist es sehr gefährlich, die gesicherten Pisten zu verlassen", mahnt Stoiser. In seiner langjährigen Arbeit als Bergretter musste er schon einige tragische Unfälle miterleben. "Vor allem, wenn jüngere Leute ums Leben kommen, bleibt das in meinem Gedächtnis hängen", gibt der Bergretter zu. Er erlebt bei seiner Tätigkeit aber auch immer wieder schöne Momente. Beispielsweise, wenn sich gerettete Opfer bei der Bergrettung bedanken. "Es gibt auch Menschen, die sich nicht nur mit ein paar Zeilen bei uns bedanken, sondern im Bergretterheim vorbeikommen und uns eine Jause spendieren", erzählt er.

Vorbild für den Sohn

Die Begeisterung für das Ehrenamt hat Stoiser auch seinem Sohn weitergegeben. Er nahm ihn schon als Kind zu Übungen der Bergrettung mit. Mit 16 Jahren ging sein Sohn dann selbst zur Bergrettung, absolvierte die Grundausbildung. Wie der Vater konnte sich auch der Sohn für die Ersthilfe begeistern und schloss die Ausbildung zum Alpinsanitäter ab. "Dass mein Sohn in meine Fußstapfen tritt, freut mich sehr", sagt Stoiser mit einem Lächeln im Gesicht. Seine restliche freie Zeit verbringt der Bergretter gerne in der Natur, an der frischen Luft.

Zur Person
  • Geboren: 24. Oktober 1968 in Baden (Niederösterreich)
  • Wohnort: Vandans
  • Beruf: Förster
  • Familie: Ehefrau Evelyn, zwei Kinder
  • Hobbys: Paragleiten, Klettern, Ski­touren, Wandern, Lesen
Vorarlberger Nachrichten, 16-11-2016