69. Landesversammlung

69. Landesversammlung der Vorarlberger Bergrettung in Sonntag

Im Beisein der Repräsentanten des Vorarlberger Bergrettungswesens und zahlreichen Ehrengästen wurde die diesjährige Landesversammlung des Österreichischen Bergrettungsdienstes Land Vorarlberg am 6. Mai in Sonntag ausgetragen.

Auch 2016 musste die Bergrettung mit ihren 1250 Mitgliedern im Bereich der terrestrischen Rettung auf steigende Einsatzzahlen zurückblicken. Obwohl das Sommerwetter mit dem Vorjahr nicht mehr mithalten konnte, strömten viele Touristen in die heimische Bergwelt. Der sehr schöne und lange schneearme Herbst führte ebenso zu einem hohen Wanderaufkommen. Die Einsatzkräfte rückten zu 709 Einsätzen (+4,7 % gegenüber Vorjahr) und somit über 9.500 Einsatzstunden aus (+35 % gegenüber Vorjahr). Es wurden dabei 741 Menschen gesucht, geborgen und versorgt, wobei sich das Verhältnis der Inländer mit 253 und der ausländischen Gäste mit 488, wie in den Vorjahren auch mit 1:2 verhält. 157 Personen konnten unverletzt geborgen werden, 560 Unfallopfer waren verletzt. Für 24 Menschen kam leider jede Hilfe zu spät - diese konnten nur noch tot geborgen werden.

Die Flugrettung mit den beiden Notarzthubschraubern Christophorus 8 und Gallus 1 wurden insgesamt 1075 Mal alarmiert. Dies entspricht einem leichten Rückgang von ca. 10 % gegenüber dem Rekordjahr 2015. Mehr als 8 % der Gesamteinsätze mussten mittels Bergetau durchgeführt werden. Mit rund 65 % (585 Einsätze) waren 2016 Sport- und Freizeitunfälle im alpinen Gelände die häufigste Einsatzursache. Die meisten dieser Unfälle ereigneten sich auf Skipisten. 29 % der Notfalleinsätze waren auf Herzinfarkt, Schlaganfall und andere internistische Notfälle zurückzuführen. Arbeits-, Verkehrs- und häusliche Unfälle schlugen mit rund 11 % zu Buche. Bei Such- und Lawineneinsätzen sowie bei Bergungen unverletzter Personen wurde die Bergrettung durch den Polizeihubschrauber Libelle vom BMI unterstützt - im Berichtsjahr verzeichnete man 125 Einsätze (-5% gegenüber Vorjahr) dieser Art.

Ehrungen langjähriger Mitglieder

Höhepunkt der Landesversammlung waren aber die zahlreichen Ehrungen langjähriger verdienter Mitglieder. Sind 40, 50 oder gar 60 Jahre eine sehr lange Zeit, um eine ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben, so muss eine Person besonders erwähnt werden: Heinrich Lohs von der Ortsstelle Hohenems, erhielt für 70 Jahre Wirken in der Bergrettung Dank und Anerkennung. "Heinrich ist, inzwischen 95jährig, immer noch aktiv am Ortsstellengeschehen beteiligt", so Karl-Heinz Fenkhart in seiner Laudatio. "Auch ist er trotz seines hohen Alters immer noch begeisterter Schifahrer, der die Saisonkarte am Arlberg voll ausgenützt hat", so Fenkhart.

Lobende Worte des Dankes fanden zum Abschluss auch die Ehrengäste und Vertreter befreundeter Rettungsorganisationen, darunter LR Erich Schwärzler oder der Obmann der Bergrettung Tirol, Hermann Spiegl. Bestens versorgt vom Team des Gemeindesaals in Sonntag fand die Landesversammlung mit vielen Geschichten und fachlichen Diskussionen einen gemütlichen Ausklang.