Alpinausbilder Felskurs

Der alljährliche Felskurs für die Alpinausbilder-Anwärter fand in diesem Jahr aufgrund der hohen Schneelage nicht wie gewohnt im alpinen Gebiet einer Hütte statt, sondern es wurden von 14. bis 16. Juni in der Umgebung von Rankweil/Furx interessante und genauso herausfordernde Übungsorte aufgefunden. Unter der bewährten Leitung von Gebhard u. Bernhard Barbisch konnten die 11 Teilnehmer ihren Kurs erfolgreich absolvieren.

Zu Beginn trafen sich alle Bergretter/innen im Bergrettungsheim Rankweil. Bernhard gab uns einen Programm-Überblick zu den kommenden 3 Kurstagen, bevor sich eine AAB-Anwärterin und 10 Alpinausbilder-Anwärter in der Runde kurz vorstellten.
Aufgeteilt in 2 Gruppen ging es in der Folge darum, den 1. Übungsort, Klettersteig Kapf in Götzis, auf der Karte ausfindig zu machen, und sicher per Einsatzfahrzeug zu erreichen. Dort standen das Begehen einer Route als Seilschaft mit anschließender Bergeübung aus dem Klettersteig auf dem Programm. Am Nachmittag wurde das Kursgeschehen kurzerhand in den Klettergarten Koblach verlegt. Ausführlich und intensiv wurde dort die Einmann-Bergemethode am Einfach- und Doppelseil beübt.
Am Spätnachmittag konnte dann unser Kursdomizil im idyllisch gelegenen Gasthaus Peterhof (Furx) bezogen werden. So stand noch ein Theorieblock an, bei dem wir in Kleingruppen die Fachthemen: Winden, Orientierung, Standplatz, Seile entsprechend aufbereiteten und im Anschluss der Gruppe in Wort und Bild präsentieren durften. Von Gebhard gab es danach weitere Einblicke zu aktuellen technischen Entwicklungen von ICAR-Seite. So war Tag 1 schon vollgepackt mit Theorie + Praxis.

Der Samstag startete mit einem aufschlussreichen Vortrag von Bernhard zur Gestaltung von Übungen. Methodik und Didaktik, worauf es bei der Wissensvermittlung ankommt, mit welchen Lerntypen und -Verhalten man sich auseinandersetzen muss, waren dabei Inhalt.
Danach machten wir uns auf den Weg zum nächsten Übungsort und bezogen Stellung im beeindruckenden Gebiet des Spiegelsteins. In diesem weitläufigen Klettergarten ging es zuerst darum - wiederum in 2 Gruppen - gut geeignete Standorte für Kleinübungen ausfindig zu machen. Am besten Platz richtete man sich ein, um dann einzeln jeweils zu unterschiedlichen Fachthemen von Seilverlängerung, über Prusik-/Münchhausen-Technik bis hin zu Express- od. Seilrollenflaschenzug ein Lehrauftritt gegenüber der Gruppe abzuhalten. Aus der anschließenden Manöverkritik konnte jeder Stärken und Verbesserungspotential für sich mitnehmen.
Im abschüssig verlaufenden Gelände wurde weiters ein gesicherter Zustieg als Teilgruppe geübt.
Nach weiterem Aufstieg erreichten wir das bewaldete und spaltendurchsetzte Gipfelplateau. Dort erwies sich unsere kleine schlagkräftige Truppe als sehr effizient. So konnte das gestellte Einsatzszenario Spaltenbergung einer abgestürzten Person aus 25 Meter Tiefe mittels Seilbahn souverän, zügig und gut organisiert bewältigt werden.
Zurückgekehrt am Peterhof, gab es direkt auf dem Parkplatz eine kurze Demonstration zu Methoden von redundanten Sicherungs-Aufbauten.
Nach dem Abendessen wurde als Einstimmung auf den nächsten Tag im zum Kino umfunktionierten Gastraum einige lehrreiche Filme und Anekdoten zum Thema Hubschrauber-Einsatz angesehen. Bevor aber das Bett rief, wurde weiter ausführlich über die bisherigen Kursinhalte diskutiert.

Am 3. Kurstag konnten wir einen Sonntagflug absolvieren. Die Crew der Libelle kam pünktlich an den bestimmten Landeplatz. Gerald und Patrick gaben uns sehr praktische Einblicke, bevor wir im Anschluss schwebendes Ein-/Aussteigen üben konnten. Mit diesen Erfahrungen ausgestattet, ging es mit den Fahrzeugen Richtung Laterns.
Im Bereich unter den Galerien des Schwarze-Rüfe-und Blankentunnels wurde eine Bergeübung im sehr unwegsamen Gelände abgehalten. Koordination und Kommunikation spielten bei der Verletzten-Bergung wiederum große Rolle, was sich auch bei der unterschiedlichen Effizienz von 2 verschiedenen Varianten des Mannschaftszugs zeigte. Einsatzleitung, sowie alle Beteiligten waren gefordert, bewältigten die gestellte Aufgabe mit Bravour.
Wieder zurückgekehrt auf die Furx wurde abrundend eine höchst flexible "Wald- Wiesen- und Schnee-Verankerung" von Gebhard in der Praxis demonstriert. Das sollte es gewesen sein.

Vor dem abschließenden Essen gab es für alle finale Gelegenheit zum gegenseitigen Feedback. Einhelliges Fazit der Teilnehmer lautete: Es war eine kleine feine Runde auf hohem Niveau. Neben der abwechslungsreichen Themengestaltung kamen auch Tipps aus der Praxis nicht zu kurz, die im künftigen Ausbilder-Alltag helfen, 2 gesellige Abende nicht zu vergessen. Als goldrichtig hat sich ebenso die Wahl der vielseitigen Übungsorte gezeigt, die uns Teilnehmern bis dato größtenteils unbekannt waren. Auch das Wetterglück war uns hold, und die Verpflegung hervorragend.

Herzlichen Dank an die Kursleitung Berni und Gebhard, sowie Frener Wolfgang, dem zusätzlichen Ausbilder am 2. Kurstag, sowie allen beteiligten Figuranten, der Libelle-Besatzung, und an das Team vom Gasthaus Peterhof für ein wirklich gelungenes Kurs-Wochenende.

Bis bald zum Eiskurs im August.

Albert Kainz (BR Mittelberg-Hirschegg)