Bergsteigen Gletscher II
Von 04. bis 06. September 2026 führte uns der Gletscherkurs im Rahmen der Aspiranten-Ausbildung der Bergrettung Vorarlberg auf den Ochsentaler- und Vermuntgletscher.
Drei Tage lang standen praktische Ausbildung, gemeinsames Arbeiten und das sichere Bewegen im hochalpinen Gelände im Mittelpunkt. Ziel war es, die Aspiranten auf Situationen vorzubereiten, die uns bei zukünftigen Einsätzen auf Gletschern und im Hochgebirge erwarten können.
Tourenplanung direkt im Gelände
Ein wichtiger Ausbildungspunkt war die Tourenplanung unterwegs. Während der Tour wurden die weitere Routenwahl, das Gelände und die aktuellen Verhältnisse gemeinsam beurteilt. Die Aspiranten waren dabei gefordert, mögliche Gefahren zu erkennen, geeignete Aufstiegs- und Abstiegsvarianten zu wählen und ihre Entscheidungen entsprechend zu begründen.
Dadurch konnte die Tourenplanung nicht nur theoretisch behandelt, sondern direkt mit den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort verbunden werden. Das laufende Beobachten und Beurteilen von Gelände und Verhältnissen sowie das entsprechende Anpassen der Route waren dabei wesentliche Bestandteile der Ausbildung.
Ausbildung am Gletscher
Auf dem Gletscher lag ein Schwerpunkt auf der Spaltenbergung. Verschiedene Möglichkeiten zur Rettung einer in eine Gletscherspalte gestürzten Person wurden aufgebaut, geübt und von den Aspiranten praktisch durchgeführt.
Dabei kamen unter anderem die Prusiktechnik, die Münchhausentechnik sowie die lose Rolle zum Einsatz. Besonderes Augenmerk wurde auf einen sicheren Aufbau, sauberes Arbeiten mit dem Material und das Verständnis der einzelnen Systeme gelegt.
Beim Mannschaftszug standen vor allem das gemeinsame Vorgehen, klare Kommandos und eine gute Abstimmung innerhalb der Gruppe im Vordergrund. Hier zeigte sich einmal mehr, dass bei einer Bergung nicht nur die Technik, sondern vor allem das Zusammenspiel der gesamten Mannschaft entscheidend ist.
Ein weiterer Ausbildungsschwerpunkt war der Abtransport einer verletzten Person mittels Kletterseiltrage. Aus dem vorhandenen Material wurde eine improvisierte Trage hergestellt, die verletzte Person entsprechend gelagert und gesichert und anschließend gemeinsam durch das alpine Gelände transportiert.
Drei intensive Tage am Gletscher
Die drei Ausbildungstage auf dem Ochsentaler- und Vermuntgletscher boten viele Möglichkeiten, bestehendes Wissen zu festigen, neue Techniken zu erlernen und wertvolle praktische Erfahrung zu sammeln.
Neben der fachlichen Ausbildung kam natürlich auch die Kameradschaft nicht zu kurz. Gemeinsames Lernen, gegenseitige Unterstützung und der Austausch untereinander gehören genauso zur Ausbildung wie Seiltechnik und Rettungsverfahren.
Nach drei intensiven und lehrreichen Tagen konnten wir den Gletscherkurs erfolgreich und unfallfrei abschließen. Die Aspiranten konnten viele wertvolle Erfahrungen mitnehmen und sind damit ihrem Ziel, als aktive Bergretter Verantwortung im Einsatz zu übernehmen, wieder einen wichtigen Schritt nähergekommen.
Ein herzliches Dankeschön an alle Ausbilder und Teilnehmer für ihren Einsatz, die gute Zusammenarbeit und für die drei kameradschaftlichen Tage im hochalpinen Gelände!
Ramon Leitner und Martin Fink
Bergrettungsaspiranten